Siegerprojekt

Am 24.5.2016 tagte die Jury für den im September 2015 EU-weit ausgelobten zweistufigen Realisierungswettbewerb. Unter dem Vorsitz der deutschen Stadtplanerin Christa Reicher und des renommierten Schweizer Landschaftsarchitekten Guido Hager wurde der Wettbewerbsbeitrag vom Münchner Büro realgrün Landschaftsarchitekten GbR, unterstützt durch die Bauingenieure FCP Fritsch, Chiari & Partner ZT GmbH, zum Sieger erklärt.

Insgesamt hatten sich am Wettbewerbsverfahren 60 Teams aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und der Schweiz beteiligt. Vogelperspektive: Straße, zweizeilige Baumreihe, Grünbereich, Baumzeile, Häuserfront

Gute Orientierung und klare Zonierung

Der Projektbeitrag besticht durch eine klare räumliche Zonierung des gesamten Platzraums zwischen dem Leopold-Figl-Hof im Westen und der Postgasse im Osten. Das selbst gestellte Ziel, den „Platz aufzuräumen“, wurde hier konsequent umgesetzt.

  • Entlang des Franz-Josefs-Kais sorgen zwei Baumreihen für Schutz vor dem Verkehrslärm. Die markanten, in besonderer Weise stadtklimaresistenten Ginkgo-Bäume sollen in einem dichten hainartigen Muster gepflanzt werden.
  • Entlang der Innenstadtkante wird es einen durchgehenden großzügigen „Boulevard“ geben.
  • Der Platz vor der Ruprechtskirche wird als räumlich eigenständiger Rückzugsraum interpretiert.
Bäume, rechts Grünflächen, Kinder spielen darauf Fußball, Menschen gehen spazieren

Viel Grün und ausreichend Sitzgelegenheiten

Im Westen des Platzgefüges werden zwei großzügige, strapazierfähige Rasenflächen angeboten. Sitzmöglichkeiten wird es in unterschiedlicher Form und adäquater Menge geben. Durch diese Eigenschaften wird der neu gestaltete Platzraum dem Anspruch „Platz für alle“ gerecht sein.

  • Die westliche Fläche wird geringfügig höher gesetzt. Sie fasst topographisch den intimen Gedenkort vor dem Leopold-Figl-Hof und bietet durch die Einfassungen der Randbereiche zahlreiche Sitzmöglichkeiten an.
  • Das östliche Rasenstück soll niveaugleich ausgebildet werden. Geplant ist eine – in zahlreichen europäischen Städten bereits erprobte und bewährte – freie Bestuhlung der Rasenflächen.

Insgesamt werden mehr als 3.300 Quadratmeter an nutzbaren Grünflächen angeboten, 160 Bäume sollen neu gepflanzt werden. Platzbereich, gepflasterte Flächen, Menschen gehen spazieren, im Hintergrund Grün, Bäume, Sitzelemente

Umsetzung der Ziele aus den Wettbewerbsanforderungen

Der Wettbewerbsbeitrag folgt konsequent den Zielen aus den vorhergehenden BürgerInnenbeteiligungsphasen: er erfüllt den Wunsch nach ausreichend erlebbarem sowie nutzbarem Grün im Platzbereich. Er erreicht das Ziel einer adäquaten Abschirmung des Platzraums gegenüber dem Verkehrsband des Franz-Josefs-Kais. Außerdem berücksichtigt er insbesondere im Bereich der U-Bahn-Station Schwedenplatz ausreichend dimensionierte Flanier- und Bewegungszonen in Form eines „Boulevards“. Er wertet bis dato vernachlässigte Platzzonen, wie den Gedenkort Morzinplatz, den Platz vor der Ruprechtskirche oder den Platzbereich vor dem Hotel Capricorno, wesentlich auf und bindet diese schlüssig in das Gesamtkonzept für den Schwedenplatz – Morzinplatz ein.

Weiterentwicklungspotenziale für die Realisierungsphasen

Die Neugestaltung wird „wachsen“ und sich mit der Zeit den Bedürfnissen der Bevölkerung entsprechend entwickeln.

  • In einer ersten Realisierungsphase kann ein Großteil des Konzeptes einschließlich der großzügigen bespielbaren Grünbereiche umgesetzt werden.
  • Nicht jedes Gestaltungselement ist bereits vordefiniert, auch spätere Wünsche von Bürgerinnen und Bürgern können so noch Schritt für Schritt ergänzt werden.
  • Wenn langfristig beispielweise die örtliche Tankstelle oder der gewerblich genutzte Busparkplatz absiedeln oder die Straßenbahngleise zum Franz-Josefs-Kai verlegt werden, sind Weiterentwicklungen möglich.
    Zum 2. und 3. Platz
    Zu den übrigen Projekten der 2. Wettbewerbsstufe