Kooperatives Verfahren

Menschen sitzen und stehen um einen Arbeitstisch und diskutieren

Die Aufgabenstellung für das Kooperative Verfahren Schwedenplatz war, aufbauend auf dem vorliegenden „Leitbild für den Bereich Schwedenplatz/Morzinplatz“, die Grundlage für einen internationalen Gestaltungswettbewerb zu schaffen.

Die Planerinnen und Planer Sonja Gasparin (gasparin & meier architekten), Paul Katzberger (Architekt Katzberger ZT GmbH), Ulrike Pitro (orso.pitro) und Helge Schier (zwoPK) erarbeiteten an drei Workshoptagen (April 2015) vor Ort das Masterplankonzept.

Fachlicher und politischer Input und Feedback erfolgten durch externe Fachexpertinnen und Fachexperten, Vertreterinnen und Vertreter des Magistrats der Stadt Wien und der Wiener Linien, Universitätsprofessorin Lilli Lička, Architekt Rüdiger Lainer sowie Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou, Bezirksvorsteherin für den 1. Bezirk, Ursula Stenzel, und weiterer politischer Vertreterinnen und Vertreter.

„Masterplan Schwedenplatz“

Es galt für die Entwicklung gestalterischer Lösungsansätze einen verbindlichen Rahmen zu definieren, grundlegende Planungsprämissen zu formulieren und planlich zu konkretisieren. Folgende Gestaltungsziele wurden dabei erarbeitet:

  • Durch eine Verschwenkung der Straßenbahngleise in Verbindung mit dem möglichen Entfalls eines Fahrstreifens des Franz-Josefs-Kais kann die nutzbare Platzfläche vergrößert und der Fuß-/Radwegbereich am Vorkai aufgewertet werden. Voraussetzungen hiefür sind die – mittel- bis langfristig anzustrebende – Auflassung der örtlichen Tankstelle mit angeschlossenem Shopbereich und des bestehenden Busparkplatzes.
  • Neuorganisation der Ein-/Ausstiegsbereiche für Busse und Taxistandplätze in Verbindung mit verkehrsberuhigenden Maßnahmen im Bereich der querenden und angrenzenden Straßenzüge
  • Ein zusammenhängender Platzraum zwischen Morzinplatz im Westen und Postgasse im Osten soll geschaffen werden, der den vielfältigen an diesen öffentlichen Freiraum zu stellenden Ansprüchen als Aufenthalts- und Transitraum gerecht wird. Dabei gilt es unter anderem den Gedenkort Morzinplatz aufzuwerten, den Platzraum vor der Ruprechtskirche einzubeziehen und auch den Vorplatz vor dem Hotel Capricorno mitzuberücksichtigen.
  • Attraktive Grünflächen unter Berücksichtigung des zu erhaltenden Baumbestands und ein  Beleuchtungskonzept sind einzuplanen, gezielte Aufenthaltsanreize auch für Kinder sind zu schaffen.
  • Vor der platzbegrenzenden Gebäudefront im Süden ist eine durchgehende attraktive Flaniermeile auszubilden, wobei die angedachte Erweiterung der Fußgängerzone Rabensteig bis zur Rotenturmstraße hiefür Voraussetzung sein soll.
  • Grundsätzlich ist die Anbindung des Platzraums an die angrenzenden Innenstadtbereiche wie insbesondere auch das Rechte Donaukanalufer und Richtung 2. Bezirk durch geeignete Maßnahmen zu verbessern.
  • Es ist ein Gestaltungskonzept zu erstellen, das die Organisation der kommerziellen und nicht-kommerziellen Nutzungen vorgibt. Hier werden Schanigärten und Kioske verortet, Fahrradabstellmöglichkeiten und City-Bike-Station neu organisiert, sowie ausreichende Sitzmöglichkeiten geschaffen.
  • Großer Wert ist darauf zu legen, dass die zu setzenden Gestaltungsmaßnahmen phasenweise umzusetzen sind und erste Schritte zur gestalterischen Aufwertung des Schwedenplatzes bereits vor Umsetzung der verkehrlichen Maßnahmenschritte (Verlegung Straßenbahngleise, Entfall eines Fahrstreifens am Franz-Josefs-Kai) gesetzt werden können.

Der folgende Übersichtsplan zeigt die durch die geänderten verkehrlichen Rahmenbedingungen gewonnenen Gestaltungsspielräume für die Neugestaltung des Schwedenplatz als zusammenhängenden öffentlichen Freiraum zwischen Morzinplatz im Westen und der Postgasse im Osten.

Lageplan Schwedenplatz und angrenzende Umgebung mit eingefärbten Bereichen zu verschiedenen Verkehrsnutzungen

Die rote Linie stellt die Grenze des Wettbewerbsgebietes dar. In Grün sind Fußgängerzonen sowie der Fuß- und Radweg entlang des Vorkais dargestellt. Die blauen Flächen markieren Verkehrsflächen für den motorisierten Individualverkehr, die hellblauen Flächen zeigen Nebenflächen des Verkehrs. Die roten Flächen stellen Verkehrsflächen für den Öffentlichen Verkehr (Straßenbahn) dar.