NutzerInnen und ihre Bedürfnisse

In der Funktions- und Sozialraumanalyse (FSA) wurde die Vielfalt der Funktionen und Nutzungen des Bereichs Schwedenplatz/Morzinplatz untersucht.

sitzende Menschen in Gruppen, Foto: kon-text Matthieu Floret

Ausgehen und feiern im Bermudadreieck

Junge Menschen treffen sich hier, bevor sie in die umliegenden Lokale weiter ziehen, nutzen den Morzinplatz zum „Vorglühen“, besuchen die Imbissstände und Fast-Food-Restaurants und ziehen nach der Sperrstunde im Bermuda-Dreieck, auf dem Weg zu den öffentlichen Verkehrsmitteln, wieder zu den Imbissständen für einen letzten Imbiss und um auf die Öffis zu warten.

Die Funktions- und Sozialraumanalyse zeigt, der Schwedenplatz ist bei den jungen Menschen bis Mitte 20 ein „angesagter“ Ort. Er bietet ihnen ein vielfältiges, für sie interessantes Angebot: die Möglichkeit günstig zu essen, Bars mit günstigen Preisen, Sitzplätze im öffentlichen Raum und vor allem viele gleichgesinnte und gleichaltrige Besucherinnen und Besucher. Die meisten von ihnen wohnen in Wien, zum großen Teil sind diese einmal pro Woche oder häufiger hier.

Der Schwedenplatz – ein Ort für die Mittagspause

Direkt an den Schwedenplatz/Morzinplatz angrenzend herrscht Wohn- und Mischnutzung vor. Viele der gewerblich genutzten Gebäude liegen entlang der Marc-Aurel-Straße, der Rotenturmstraße und in der zweiten Reihe Richtung Laurenzerberg. Die Rotenturmstraße sticht durch ihre Geschäftsnutzung hervor.

Rund um den Platz finden sich Arbeitsstätten aus sehr unterschiedlichen Branchen, dabei dominieren die Dienstleistungsbetriebe, gefolgt vom Handel. Die wichtigsten Angebote für die befragten Arbeitenden, die hier ihre Mittagspause verbringen, sind die vielfältigen Lokale, Stände und der Supermarkt sowie die Sitzmöglichkeiten. Das Angebot an Sitzmöglichkeiten – auch beschatteten – könnte aus Sicht einiger Befragter ausgebaut werden und die Sitze sollten sauberer sein. Auch ein Trinkbrunnen zum Händewaschen wurde von mehreren Befragten gewünscht.

Der Schwedenplatz – wohnungsnaher Freiraum?

Im Umfeld von Schwedenplatz/Morzinplatz wohnen fast ebenso viele Menschen, wie es Arbeitende gibt. Unter den Bewohnerinnen und Bewohnern sind überdurchschnittlich viele ältere Menschen und Kinder unter neun Jahren, für die nahe gelegene öffentliche Freiräume besonders wichtig sind. Beobachtet wurden Kinder vor allem vor dem Eissalon, sie waren fast immer in Begleitung Erwachsener unterwegs.

Aus der Funktions- und Sozialraumanalyse geht hervor, dass der Schwedenplatz/Morzinplatz die Funktion des wohnungsnahen Freiraums nur bedingt erfüllt. Allerdings ist im Umfeld eine Reihe öffentlicher Freiflächen zu finden, die diese Funktion nach Aussage der befragten Eltern und Großeltern besser erfüllen. Bei den befragten (Groß-)Eltern ist der Schwedenplatz/Morzinplatz weniger beliebt. Er wird von vielen gemieden oder nur passiert.

Der Schwedenplatz – auch ein Ort für Ältere

Viele ältere Besucherinnen und Besucher kommen aus anderen Teilen Wiens oder auch aus Niederösterreich zum Schwedenplatz/Morzinplatz. Die befragten älteren Menschen kommen hierher, um städtisches Leben zu genießen und verbinden dies oft mit alltäglichen Wegen und Besorgungen. Anziehungspunkte für sie sind die Geschäfte und Stände mit Waren des täglichen Bedarfs sowie der Eissalon. Die Funktions- und Sozialraumanalyse zeigt, dass die befragten Älteren sich grundsätzlich wohl fühlen auf dem Platz.