Geschichtliches

Gedenken

Das Hotel Métropole am Morzinplatz Nummer 4 wurde 1938 von der Gestapo beschlagnahmt und in eine Gestapo-Zentrale umgewandelt. Etwa 50.000 Menschen wurden hier verhört, viele gefoltert und in Konzentrationslager deportiert. Das Gebäude wurde 1945 zerstört, an seiner Stelle entstand ein Neubau. Gegenüber dem ehemaligen Haupteingang wurde ein Denkmal zur Erinnerung an die Opfer errichtet. In den letzten Jahren entwickelten Künstlerinnen und Künstler Projekte für bisher wenig berücksichtigte Opfer der Nationalsozialisten wie Homosexuelle oder Transgender-Personen. Die Projekte wurden bislang als temporäre Installationen realisiert.

Geteilter Platz

Morzinplatz und Ferdinandplatz, der spätere Schwedenplatz, waren um 1900 zwei relativ kleine Anlagen, die durch riesige Baublöcke, den Herminen- und den Rotenturmhof voneinander getrennt waren. Nachdem die beiden Höfe 1945 bei der Befreiung Wiens vollständig zerstört und nicht mehr aufgebaut worden waren, entstand der Platzbereich in seiner heutigen Form.

Vom Ferdinandplatz zum Schwedenplatz

Aus dem früheren Ferdinandplatz wurde 1919 der Schwedenplatz – zur Erinnerung an die Hilfe Schwedens nach dem Ersten Weltkrieg, die vor allem den Kindern Wiens zugute kam.

Seit dreißig Jahren Ausgehzone

In den frühen 1980er-Jahren entstand das legendäre Bermuda-Dreieck. Es trug wesentlich dazu bei, das ehemalige Textilviertel in ein Freizeitviertel umzuwandeln und das Wiener Nachtleben lebendiger zu machen. Inzwischen hat sich die Entwicklung verselbständigt: Die Lokal-Zone hat in den 1990er-Jahren das Ufer des Donaukanals erreicht und breitet sich dort erfolgreich aus.

Stadtbahn am Ufer

Um 1900 rückte der Bau der Stadtbahn den Fluss von der Stadt ab und schuf die heute noch wirksame Kante zum Donaukanal. Die Stadtbahnlinie wurde 1901 eröffnet, aufgrund des Dampfbetriebs und wegen des reizvollen Ausblicks wurde der Streckenabschnitt zum Donaukanal hin offen gelassen. Diese Offenheit zum Kanal wurde auch beim Bau der U4 so beibehalten.

Überwachter Schwedenplatz

Im Februar 2005 wurden von der Bundespolizeidirektion Wien mobil einsetzbare Kameras am Schwedenplatz montiert. Damit wurde der Schwedenplatz zum ersten Platz Wiens mit permanenter polizeilicher Videoüberwachung. Die Bilder werden von Beamtinnen und Beamten ausgewertet und mindestens 48 Stunden lang gespeichert. Datenschützerinnen und Datenschützer äußern Kritik an der Überwachung.

Wien als Hafenstadt

Wien war im Mittelalter eine Hafenstadt, wuchs und gedieh durch seine Nähe zum Fluss. Am Ufer breiteten sich Lager für Salz, Holz und Baustoffe aus. Aus dem Rheinland lieferten Fernhändler wertvolles Tuch, aus der Wachau und dem Tullnerfeld brachten Bauern per Schiff Obst und Gemüse. Noch im 19. Jahrhundert war die Uferzone des heutigen Schwedenplatzes ein lebendiges Marktgebiet. Heute wird der Uferbereich eher zum Flanieren, Bewegen und Ausgehen genützt.

Quelle: Nachlese Ausstellung „Platz für die Stadt“ im Wien Museum, Herbst 2011. In der Ausstellung „Platz für die Stadt“ im Wien Museum wurde das Areal Schwedenplatz-Morzinplatz aus stadtgeschichtlicher Perspektive betrachtet.